1. Tag Olten - Vancouver

 2. Tag Vancouver

 3. Tag Vancouver

 4. Tag Vancouver

 5. Tag Vancouver - Whistler

 6. Tag Whistler

 7. Tag Whistler - Lillooet

 8. Tag Lillooet - Kamloops

 9. Tag Kamloops - Clearwater

10. Tag Clearwater- Jasper

11. Tag Jasper

12. Tag Jasper

13. Tag Jasper -Lake Louis

14. Tag Lake Louis

15. Tag Lake Louis - Banff

16. Tag Banff

17. Tag Banff - Fort Macleod

18. Tag Ausflug Waterton NP

19. Tag Fort Macleod- Lethbridge

20. Tag Lethbridge - Brooks

21. Tag Brooks - Drumhelle

22. Tag Drumheller

23. Tag Drumheller - Leduc

24. Tag Ausflug Edmonton

25. Tag Leduc - Red Deer

26. Tag Red Deer - Calgary

27. Tag Calgary

28.Tag Calgary

29. Tag Calgary - Olten

 

 

 

 

23. Juli 2007 Jasper - Lake Louis

Gut gelaunt stehen wir heute früh auf. Das „Ringen“ um die Dusche und die allnächtliche Suche nach dem WC im Halbschlaf ist vorbei. Wir überlegen noch kurz, was wir für die heutige Etappe anziehen sollen, aber ist egal, es wird sowieso das falsche sein.


Zum Abschied wollen wir noch unser „feudales“ Bett und die Stromleitung im Hinterhof, welche jeden Elektriker zittern lässt,  bildlich festhalten..

Wie gestern beschlossen, fahren wir nochmals zum Maligne Canyon, und als hätte ich's geahnt, haben wir am Morgen die falschen Kleider angezogen. Die Mücken sind heute besonders gierig, also schnell durch, ein paar Videoaufnahmen machen und dann weiter nach Süden.
Auf dem Icefields Parkway (Hwy. 93), eine der schönsten Bergstrasse der Welt und Canadas berühmteste Panoramastrasse, wie sie im Reiseführer beschrieben ist, fahren wir heute nach Lake Louise.
Kurz nach Jasper erblicken wir den schneebedeckte pyramidenförmige Mount Edith Cavell, welcher mit seinen 3367m der grösste Berg der Region ist, und 1916 nach der Krankenschwester Edith Cavell (1865-1915) benannt wurde, die im Ersten Weltkrieg von den Deutschen hingerichtet worden ist.
Obwohl es ein wunderschönes Berg-Panorama zu bestaunen gäbe, und es für unser Geländefahrzeug wahrscheinlich kein Problem gewesen wäre, die mit grossen Schlaglöchern, enge und kurvenreiche Strasse hinauf zum Mount Edith Cavell zu fahren, lassen wir dies aus.
Unser erstes Ziel sind die 23m hohen Athabasca Falls.  Bereits auf dem Parkplatz hören wir, den noch 400m entfernt liegende Wasserfall. Wir laufen zum Aussichtspunkt, wo der Athabasca Fluss über eine Felskante aus Quarit in die Tiefe stürzt. Beeindruckend ist, mit welcher Kraft der breite Fluss in den kleinen Canyon hinabstürzt und sich ungestüm im darunter liegenden Kalkgestein seinen Weg bahnt.


Durch den Sprühnebel werden nicht nur Steine, Felsen und der Brückenweg etwas rutschig, auch wir und unsere Kamera bleiben davon nicht verschont. Wieder mal haben wir bei der Kleiderwahl etwas versagt. Wo bleiben unsere Regenjacken und die langen Hosen?

 



Nachdem wir bei unserem Auto angekommen sind hat Dani genug! Er wechselt, immer Ausschau haltend auf irgendwelche Spanner (Voyeuren) seine Hosen. Da ich nur meine „langen Beine“ anziehen muss, habe ich's wesentlich einfacher.



Auf den nächsten 24 km bis zu den Sunawapta Falls beginnt es leicht zu regnen und zwischendurch scheint auch wieder die Sonne. Die Strasse ist wirklich eine der schönsten, die wir je befahren haben. Das Panorama während der Fahrt ist atemberaubend: In Breitband und Cinemacolor zieht draussen eine der schönsten Landschaften vorbei, die man sich nur vorstellen kann. Nach jeder Kurve öffnet sich der Blick in ein neues Seitental, und ein neuer Abschnitt der Bergkette, die mehr als 20 Dreitausender wie an einer Perlenschnur auffädelt, rückt ins Bild. Dazu schillern tief unten kristallblaue Seen - in denen sich schon wieder der nächste Gletscher spiegelt.

 

Die Strecke ist keine Passstrasse wie in der Schweiz mit hunderten von Kurven, Kehren und Serpentinen, sondern vielmehr eine Flaniermeile mit sanft geschwungenen Bögen und nur leichten Steigungen, auf der man ganz entspannt dahingleiten kann, auch bei Regen.



Nach einem 15-minütigen Fussmarsch erreichen wir die Sunwapta Falls, welche zwar etwas weniger spektakulär, als die zuvor gesehenen sind, doch auch sehenswert und es hat etwas weniger Touristen.
Nun aber genug der sehenswürdigen Wasserfälle. Vor der Weiterfahrt müssen wir nebst dem emotionalen Hunger auch mal den im Magen stillen und legen eine „Mittagspause“ ein.
Gestärkt fahren wir nun weiter zum Columbia Icefild, welches mit 325 km2 das grösste Eisfeld der Rockies ist.


 

Die Dicke des Eisfeldes wird auf 365 m geschätzt und hat im Durchschnitt
7 m Schneefall pro Jahr. Das Columbia Icefild besteht aus acht Gletschern.
Der Athabasca Gletscher ist die mächtigste Gletscherzunge
(5,5 km lang und bis zu 1 km breit).

 

 

Von dem Parkplatz führt ein kurzer Weg hinauf zu den Ausläufern des Gletschers. Es geht steil bergan, und wir sind froh, dass wir unsere Jacken angezogen haben, denn es ist auch ziemlich kühl.


 

 

 

An aufgestellten Markierungen lässt sich erkennen, wie stark der Gletscher bereits abgeschmolzen ist und sich immer weiter zurückzieht. Vor 30 Jahren war der heute über 100 Meter entfernt liegende Parkplatz noch vollständig mit Eis bedeckt. In den nächsten Jahren soll sich die Eisschmelze auf Grund des Klimawandels noch schneller vollziehen.

 

 

 



Fünfzig Meter Höhenunterschied haben wir zu überwinden und müssen dabei kleinere Bäche aus Eiswasser durchwaten oder übersteigen. Oben angelangt, stehen wir vor den mächtigen Eismassen. Wir versuchen, wie auch ein paar andere Touristen auf der Gletscherzunge ein paar Schritte zu gehen. Doch es ist sehr rutschig, und man muss Acht geben, dass man nicht ausrutscht und ins eiskühle Schmelzwasser fällt.



Auf dem Rückweg zum Parkplatz kommen uns wieder Touris in Shorts, T-Shirts und Sandalen entgegen, und wir, wir können unsere Kapuzen gar nicht tief genug ins Gesicht ziehen. Wir fragen uns, sind die verrückt und leichtsinnig, oder so abgehärtet, und wir die Memmen?

 

 

Unsere Treckingschuhe sind jedenfalls lehmverschmiert und auch der Regen hat uns eingeholt. Als wir zurück beim Auto sind und die Schuhe wechseln, sehen wir 2 Cars vollbesetzt mit Asiaten ankommen. Wir sind froh, dass wir schon auf dem Gletscher waren, denn nun wird es bestimmt eng und gefährlich.
Fünf Kilometer weiter passieren wir den Sunwapta Pass. Damit verlassen wir den Jasper Nationalpark und betreten den Banff Nationalpark. Auch hier gibt es wieder wunderschöne Aussichten zu bestaunen.

 



Von hier aus sind es nun noch 122 km bis Lake Louise, d.h. in etwas mehr als einer Stunde haben wir unser Tagesziel erreicht. Kurz davor bietet sich uns ein prächtiger Anblick, der Hector Lake und wir machen einen kleinen Foto Stopp.


In Lake Louise angekommen, suchen wir uns zuerst wieder mal eine Unterkunft für 2 Nächte, was auch problemlos klappt. Obwohl wir wussten, dass es die teuerste Übernachtung auf unserer Reise werden wird, wollten wir eigentlich im Fairmont Chateau Lake Louise übernachten.


Doch als wir im Visitor Center die Preise schwarz auf weiss sehen (Waldsicht ab 400$ und Seesicht ab 600$), wird uns beinah übel, deshalb entscheiden wir uns fürs günstigere Moutaineer Lodge. Ausser einer Klimaanlage ist im Zimmer alles, was wir brauchen, vorhanden.
Nun wollen wir uns Lake Louis noch etwas genauer anschauen.
Die Perle der Rockies soll das sein, zunächst sehen wir aber gar keinen Ort, wie wir ihn erwartet haben. Eigentlich nur einen grossen Parkplatz mit ein paar Geschäften darum herum, das war's. Etwas enttäuscht gehen wir nach einem feinen Essen in einem nahegelegenen Restaurant schlafen.

 

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