1. Tag Olten - Vancouver

 2. Tag Vancouver

 3. Tag Vancouver

 4. Tag Vancouver

 5. Tag Vancouver - Whistler

 6. Tag Whistler

 7. Tag Whistler - Lillooet

 8. Tag Lillooet - Kamloops

 9. Tag Kamloops - Clearwater

10. Tag Clearwater- Jasper

11. Tag Jasper

12. Tag Jasper

13. Tag Jasper -Lake Louis

14. Tag Lake Louis

15. Tag Lake Louis - Banff

16. Tag Banff

17. Tag Banff - Fort Macleod

18. Tag Ausflug Waterton NP

19. Tag Fort Macleod- Lethbridge

20. Tag Lethbridge - Brooks

21. Tag Brooks - Drumhelle

22. Tag Drumheller

23. Tag Drumheller - Leduc

24. Tag Ausflug Edmonton

25. Tag Leduc - Red Deer

26. Tag Red Deer - Calgary

27. Tag Calgary

28.Tag Calgary

29. Tag Calgary - Olten

 

 

 

 

24. Juli 2007 Lake Louis ( 4 Seen-Tour )

Der heutige Tag beginnt für mich mit einem Spaziergang zum Bäcker, während Dani noch faul im Bett liegt. Der Brotladen ist ca. 300 Meter von unserem Hotel entfernt. Es duftet herrlich nach frischen Backwaren, als ich den Laden betrete, aber die meisten der Gestelle sind mit allerlei süssem Gebäck gefüllt. Gibt es hier überhaupt Brot, frage ich mich. Da entdecke ich auf einem Gestell ganz oben ein paar Brotleibe und welch ein Glück sogar ein Baguette. Die junge Verkäuferin schaut mich ganz überrascht an, als ich Brot und keinen Kuchen kaufen will und fragt auch nochmals nach, bevor sie das Baguette rausrückt. Nachdem ich mein Brot bekommen habe gehe ich zum ein paar Meter danebenliegenden Samson Mall (Supermarkt), um Kaffee und Filter zu kaufen.  Es gibt nur wenig Leute im Laden, nicht so wie gestern Abend, als wir schon Salami, Schinken und Äpfel gekauft haben.
Da es in hier in den meisten Restaurants nur dünnen Kaffee gibt brühe ich uns, nachdem ich vom Einkaufen zurück bin, erst mal einen kräftigen Kaffee und bin nicht sehr sparsam mit dem Kaffeepulver. Doch dieser war dann doch etwas zu kräftig geraten!
Da wir am heutigen Tag kürzere und längere Wanderungen geplant haben und noch nicht genau wissen, ob es unterwegs Restaurants hat, mache ich uns ein paar Sandwiches und der mit warmem Kaffee gefüllte Thermoskrug muss natürlich auch mit.
Bevor wir zum 14 km entfernten Moraine Lake  im „Tal der zehn Gipfel“ fahren, wollen wir uns im Info-Center noch Material, speziell Wanderkarten, besorgen, doch dieses öffnet leider erst um 09:00 Uhr.
Da im Reiseführer steht, dass man möglichst früh am Morgen zum Morain Lake gehen soll, um diesen noch in Ruhe geniessen zu können, wollen wir auch nicht länger warten.
Kurz nach Lake Louise kommt unser Zeitplan durch eine Baustelle in Verzug und wir  kommen erst um 09:00 Uhr am See an.

Entgegen unserer Befürchtung sind noch nicht viele Frühaufsteher am See anzutreffen. Doch der Morain Lake, welcher in den Prospekten in tiefblauer Farbe dargestellt ist, zeigt sich uns als grün-grau-schwarzes Gewässer auf welchem eine Menge Treibholz schwimmt. Etwas enttäuscht laufen wir trotzdem los, zum gegenüberliegenden Ende des Sees.
Als wir etwa die Hälfte der 1,2 km langen, ebenen Strecke hinter uns haben, verwandelte der See, wie wenn er unsere Gedanken hätte lesen können, seine grün-graue Farbe in tief türkisblau.

Sind wir vielleicht doch zu früh aufgestanden?
Fasziniert von diesem Anblick schlendern wir nun zum Ende des Sees. Keine Menschenseele ist dort anzutreffen. Wir geniessen die Ruhe und das spektakuläre Panorama der schroffen Wenkchema Peaks. Wenkchema bedeutet „zehn“ in der Sprache der Stoney-Indianer.
Nachdem wir uns satt gesehen, und mit einem Becher warmem Kaffee aus dem Thermoskrug gestärkt haben, treten wir den Rückweg an, wo wir dann doch noch ein paar Touris zu Gesicht bekommen. Von einem deutschen Pärchen werden wir gefragt, ob sie uns mal gemeinsam vor dieser wunderschönen Kulisse fotografieren sollen, natürlich mit dem Hintergedanken, dass wir dasselbe für sie tun sollen.
Um 10:30 Uhr sind wir dann zurück am Parkplatz, der mittlerweile mehr als überfüllt ist.
Nun fahren wir die 14 km wieder zurück nach Lake Louise zum gleichnamigen See. Und wie wir's geahnt haben ist der Parkplatz zu dieser Zeit beinah vollständig gefüllt. Mit etwas Glück finden wir eine Lücke und bemerken erst nachdem wir ausgestiegen sind, die Anwesenheit der Feuerwehr. Etwas weiter vorne entdecken wir den Anlass dafür, nämlich einen vollkommen ausgebrannten alten Chevi Van. Haben wir was verpasst?
Nein, unser Ziel ist es ja nicht, verbrannte Autos zu bestaunen, sondern erst mal das legendären Nobelhotel Fairmont Chateau Lake Louise und den See.
Dani möchte unbedingt, dass ich von ihm ein Foto mit dem Hotel im Hintergrund mache, was sich aber als sehr mühsam erweist, da immer wieder Touris rücksichtslos zwischen dem Fotoapparat und Dani durchlaufen, so drücke ich einfach mal ab, damit wir aus dem Touristengetümmel raus können.
Wir spazieren zuerst etwas am See entlang und biegen dann in den Lake Agnes Trail ein. 
Abseits des Massentourismus entdecken wir etwas oberhalb des Lake Louise ein paar leere Bänkchen, von welchen aus man sicher eine prächtige Aussicht auf den See und das Hotel hat und uns Gelegenheit gibt die ersten Sandwiches zu verdrücken.

Nach dieser kleinen Pause und dem herrlichen Blick auf das blau-grün schimmernde Wasser des Lake Luoise, in dem sich die dunklen Wälder spiegeln, kommen unsere Wanderschuhe endlich zum Einsatz.
Auf dem gut ausgebauten, sich langsam windenden Lake Anges Trail  beginnen wir den Aufstieg zum 380 m höher gelegenen Lake Agnes.


 

Unterwegs kommen uns ein paar Hikers entgegen, doch die meisten laufen in dieselbe Richtung wie wir.
Immer wieder zwingt uns der wunderschöne Blick auf den Lake Louise  kleine Verschnaufpausen einzulegen. 

 


Auf halbem Weg treffen wir auf eine Oase der Ruhe, den See mit dem treffenden Namen Mirror Lake, der von zwei bienenkorbförmigen Bergen namens Little und Big Beehive bewacht wird.
Gerne wollen wir hier noch ein paar Fotos machen, doch wieder halten uns die Touristen davon ab, denn an der Stelle, wo man die eindrücklichsten Fotos hätte bekommen könnte, machen sich zwei asiatisch aussehende jugendliche breit, also müssen wir warten, bis diese aufgeben und trinken einen Schluck Kaffee zu unserer Beruhigung. Endlich, sie geben auf und schnell sind wir an diese Stelle gelaufen und machen die unvergesslichen Fotos.

Nach einem insgesamt 1,6 km langen Aufstieg kommen wir an unserem Tagesziel, dem Lake Agnes an. Dieser See ist viel kleiner als der Lake Louise, wird aber auch von hohen Bergen eingerahmt. Statt des Gletschers gibt es ein Teehaus. Das klingt zwar etwas komisch, ist aber erklärbar: Um 1890 hat man Schweizer Bergführer engagiert, um hier Leuten die Berge zu zeigen. Damit ihre Frauen auch etwas zu tun hatten, hat man hier in der Gegend Teehäuser erbaut, in denen die müden Wanderer eine kleine Verpflegung bekommen konnten. Außerdem waren dann die Frauen in der Saison nicht so weit von ihren Männern entfernt. Das Teehaus am Agnes Lake ist aus Holz und auch mit urigen Holzmöbeln eingerichtet. Nach dem anstrengenden Aufstieg und nach dem wir viel Kaffee getrunken haben, ist es Zeit das „stille Örtchen“ aufzusuchen. Um da hin zu gelangen muss man noch ein paar Stufen weiter nach oben steigen. Es sieht aus wie ein Baumhaus. Oben angelangt muss ich mit voller Blase noch etwas ausharren, denn das eine ist besetzt und beim anderen steht die Türe abgerissen nebendran.

Vor dem Teehaus, welches vollbesetzt ist, tummeln sich viele Kinder, die sich mit den Squirls vergnügen. Da wir die Ruhe und Stille hier gesucht haben, gehen wir durch steiniges Gelände am See entlang und suchen uns ein Plätzchen auf den Felsen, lassen uns von der Sonne verwöhnen und geniessen die selbst belegten Sandwiches und den warmen Kaffee.

Und schon wieder betteln die frechen Squirls nach Futter. Es ist ulkig den kleinen zuzuschauen.

 

In dieser traumhaften Landschaft hofft man, dass die Zeit stillstehen würde, doch irgendwann müssen wir den Rückweg antreten.

 

 




 

 

 

 

Doch einen Blick genehmigen wir uns noch auf Lake Louise, den Lake Agnes und die gegenüberliegenden Berge, welche durch die Skipisten etwas verschandelt wurden.

 

 

Unterhalb des Teehauses gibt es einen kleinen Wasserfall, doch duschen werden wir dann im Hotel.
Auf dem Rückweg bestaunen wir die vielfältige Flora und Fauna. Plötzlich bleibt Dani stehen und flüstert:“ Schau Möni, dort im Gebüsch ist eine Maus“
Ja, wer Gefallen an den kleinen Dingen im Leben findet, der ist reich. Doch damit sind nicht die Sandalen gemeint, in denen uns verschlafene Touristen, welche noch schnell etwas erleben möchten, entgegenkommen.

 

 

Bei herrlichem Wetter und wunderschönem Blick auf den Lake Louise  geht es wieder den langen Weg bergab.

 

 

 

 

 

 

Bei unserer Rückkehr in Lake Louise gibt es nicht mehr so viele Touristen und es gelingt uns doch noch ein schönes Foto vom Hotel zu machen.
Nach dieser anstrengenden Wanderung ist ein Sprudelbad im hoteleigenen Pool genau das Richtige für uns. Nach intensiver Körperpflege und einem kleinen Nickerchen  geht’s zum Nachtessen in das nahe gelegene Restaurant, von welchem wir einen 10% Gutschein im Hotel erhalten haben.
So geht wieder ein erlebnisreicher Tag für uns zu Ende.

 

 

 

 

 

 

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