1. Tag Olten - Vancouver

 2. Tag Vancouver

 3. Tag Vancouver

 4. Tag Vancouver

 5. Tag Vancouver - Whistler

 6. Tag Whistler

 7. Tag Whistler - Lillooet

 8. Tag Lillooet - Kamloops

 9. Tag Kamloops - Clearwater

10. Tag Clearwater- Jasper

11. Tag Jasper

12. Tag Jasper

13. Tag Jasper -Lake Louis

14. Tag Lake Louis

15. Tag Lake Louis - Banff

16. Tag Banff

17. Tag Banff - Fort Macleod

18. Tag Ausflug Waterton NP

19. Tag Fort Macleod- Lethbridge

20. Tag Lethbridge - Brooks

21. Tag Brooks - Drumhelle

22. Tag Drumheller

23. Tag Drumheller - Leduc

24. Tag Ausflug Edmonton

25. Tag Leduc - Red Deer

26. Tag Red Deer - Calgary

27. Tag Calgary

28.Tag Calgary

29. Tag Calgary - Olten

 

 

 

 

18. Juli 2007 Lillooet -Kamloops

Wir hatten beide eine etwas unruhige Nacht, denn am Morgen um 05:00 Uhr erwachten wir das erste Mal durch lautes  Geplapper. Dani schaut nach woher es kommt, und sieht das Auto der etwas molligen Sherifferin vor dem Hotel stehen. Die Tür des Autos steht offen und der Funk dröhnt eine halbe Stunde lang vor sich hin. Endlich fährt sie davon und wir können weiterschlafen. Doch eine Stunde später setzt der Bahnarbeiter, welcher am Abend zuvor direkt unter unserem Balkon geparkt hat, seinen Laster in Gang, fährt aber nicht weg. Eine halbe Stunde dauert das Gedröhne, doch inzwischen sind wir aufgestanden und haben Kaffee gekocht.
Wie wir im Reiseführer gelesen haben, gibt es nahe unserer Unterkunft einen deutschen Bäcker, der sich 1986 in Lillooet niedergelassen hat. Diese Tatsache treibt mich um 08:00 Uhr an, die etwa 300 Meter zu laufen und uns ein paar frische Brötchen zum Zmorgä zu besorgen, denn das kanadische Brot ist sehr gewöhnungsbedürftig.
Als ich den etwas vernachlässigten Bäckerladen betrete, duftet es fein nach frischem Brot, doch in den Regalen liegt nur das übrig gebliebene Brot vom Vortag zum halben Preis. Ich frage die junge Verkäuferin, ob es schon frisches Brot zu kaufen gibt. Sie bejaht und holt ein riesengrosses Brot hervor. Ich erkläre ihr, dass ich kleine Brötchen möchte. Dann lächelt sie mich an und sagt kopfschüttelnd: “No“. Ganz bestimmt habe ich mich richtig ausgedrückt, sie kann es also nicht falsch verstanden haben.  So nehme ich wiederwillig zwei kleine Brötchen vom Regal, denn wir brauchen ja Brot fürs Zmorgä. Beim Bezahlen kommt eine ältere, gepflegte Dame und fragt mich, ob ich lieber frische Brötchen haben möchte, was ich natürlich sehr gerne annehme und deshalb auch noch ein Brötchen mehr verlange.
Wieder zurück im Hotelzimmer, Dani hat inzwischen den „Zmorgä-Tisch“ schon gedeckt, schaut er die Brötchen etwas skeptisch an, doch sie schmecken wirklich fein, beinah wie daheim
Nach unserem ausgiebigen Frühstück packen wir unsere paar Sachen wieder mal zusammen und verabschieden uns von der noch etwas verschlafenen Dame an der Rezeption.
Es hat zu regnen begonnen, aber nur leicht, so wie gestern auch schon, also beschäftigt es uns kaum.

Auf dem Hwy.99 fahren wir nun weiter Richtung Norden
Wie gestern schon sehen wir auch heute kaum andere Autos o.ä. Die Strasse ist ab und zu etwas holprig, und wenn Dani über die Mittellinie fährt, vibriert es im Auto.
Links und rechts der Strasse sieht man Rinderherden (Steaks) weiden, Bewässerungsanlagen (trotz Regen) und unendlich viele Sagebrush-Büsche.

Kurz nachdem wir vom Hwy 99 in den Hwy 97 einbiegen, wo der Hwy 97 und der Hwy 12 aufeinandertreffen, befindet sich die historische Hat Creek Ranch, welcher wir als nächstes besichtigen wollen.

Diese Ranch ist eine der alten Postkutschenstationen, die es entlang der 1882 bis 1885 angelegten Cariboo Waggon Road gab. Hier wurden die Pferde der rotgelben
B.X.-Kutschen gewechselt und die Fahrgäste konnten sich von der zermürbenden Tour über die Berge erholen. Die Hat Creek Ranch hält heute als Museum die Erinnerungen an die Pionierzeit wach.

An der Kasse bezahlen wir 8$ Eintritt und die junge Dame fragt uns, woher wir kommen. Nachdem wir ihr verraten, dass wir aus der Schweiz kommen, beginnt sie mit uns schweizerdeutsch zu sprechen. Wir erfahren von ihr, dass ihre Eltern aus der Schweiz stammen und eine kleine Farm in der Nähe bewirtschaften. Sie selber ist hier geboren, und hilft in der Hochsaison manchmal im Museum  aus.



Nach dieser entzückenden Unterhaltung machen wir uns auf den Weg zur Besichtigung der Ranch.
Doch kurz darauf beginnt es wieder mal zu regnen und auf einmal giesst es wie aus Kübeln. Wir suchen, wie auch andere Besucher, Schutz in einem Schuppen.


Es macht den Anschein, dass es noch länger regnet und wir beschliessen, noch ein paar Dinge anzuschauen und danach zuerst ein Kaffee trinken zu gehen, in der Hoffnung, dass es später nicht mehr so stark regnet.

Doch es ändert sich nicht viel, also brechen wir die Besichtigung ab und fahren weiter, denn wir haben  noch 90 km vor uns, und vielleicht ist das Wetter westlicher etwas besser.
Etwas später erreichen wir das Dorf Cache Creek, welches 84 km westlich von Kamloops inmitten von trockenem Grasland, wüstenähnlichen Steppen und Farmland liegt. Hier treffen Highway 97 und der Trans-Canada Highway 1 aufeinander. Einst war diese kleine Stadt eine Zwischenstation auf dem Weg des Gold Rush Trails und es heißt, der Name entstand nach dem Brauch der Trapper, Proviantlager (cache) am nahe gelegenen Bach (creek) anzulegen. Heute können hier noch Zeugnisse aus dieser Zeit besichtigt werden. Die indianische Urbevölkerung, der First Nation Stamm der Stuctwesemc, hat hier eine traditionelle Siedlung der Shuswap wiederaufgebaut - eine seltene Gelegenheit, ein Kekuli Pit House zu sehen.
Leider regnet es immer noch, deshalb fahren wir ohne anzuhalten am Dorf vorbei.
Bald schon ist der Kamloops Lake zu sehen, ein Stausee, welcher 1,6 Kilometer breit, 29 Kilometer lang und bis zu 152 Meter tief ist.
In Kamloops angekommen gehen wir wie immer zuerst ins Visito Center, wo uns eine ausserordentlich freundliche Dame bedient, die ein für uns sehr gut verständliches englisch spricht.
Wir finden schnell ein preiswertes Zimmer  (84$) und sie erklärte uns den Weg, und auch wie, wo, was zu finden ist.

Das Scott's Inn ist wirklich zu empfehlen, denn es ist sehr sauber und die wichtigen Dinge sind alle  vorhanden.
Da es immer noch regnet, nehmen wir nun die günstige Gelegenheit war und waschen mal unsere schmutzigen Kleider. Nachdem wir gestern in einem Raucherzimmer, in einem nicht allzu sauberen Motel, logiert haben, ist es uns gerade recht, denn wir haben den Eindruck, dass alles stinkt.
Nach getaner Arbeit, Dani holt nur noch die Pyjamas aus dem Trockner,  gehen wir trotz Regen, die 77'000 Einwohnerstadt anschauen. Die Stadt bietet den Touristen nicht viel, und so gehen wir mal in ein Pub auf ein Bierchen. Leider haben wir zu spät festgestellt, dass es eher eine Spelunke, mit sehr seltsamen Gästen ist. Wir trinken so schnell es geht unser Bier und verlassen das Pub.

Etwas später treffen wir auf ein anderes Pub und machen nochmals einen Versuch, gemütlich was zu trinken. Es hat sich gelohnt, es ist sehr sauber und die Gäste sind angenehm. Auch die Kellnerin ist sehr freundlich. Sie bewunderte meine dünnen
langen Zigaretten, und will mir sogar eine abkaufen. Ich weiss nicht wie viel sie bezahlt hätte, doch selbstverständlich gebe ich ihr  kostenlos eine ab.
Nach unserem ausgiebigen Spaziergang durch die Stadt, gehen wir zurück in unser Hotel, um nach dem vielen Bier etwas zu essen.
Das Restaurant ist schon ziemlich voll, und die Bedienung hat viel zu tun, ist aber stets freundlich zu den Gästen. Am Nachbarstisch sitzt ein etwas älteres gut genährtes Pärchen, welches ab und zu uns hinüberschaut. Ich spreche sie an und frage, woher sie kommen, denn ich dachte, sie seien wie wir auch Touristen. Doch sie erzählen uns, dass sie aus Kamloops kommen und öfters hier essen gehen, denn es sei eines der besseren und preiswerteren Restaurants hier in Kamloops.

Nach einem guten Essen und einem netten Abend gehen wir ins Zimmer, wo noch eine gute Flasche Rotwein auf uns wartet.

 

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